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Schafferhof Highlights

27.04.2014

Maxi Schafroth

Maxi Schafroth und Markus Schalk
Maxi Schafroth und Markus Schalk

Publikum aus dem Häuschen: Maxi Schafroth und Markus Schalk auf der Schafferhof-Bühne Gemeinsames Muhen und Bellen
Was macht man mit einer ausgedienten Güllegrube? Der erfinderische Allgäuer Bauernbub Maxi Schafroth aus dem 90-Einwohner-Nest Stephansried sprühte vor Ideen. Gekleidet als alter, steif-gichtiger Austragsbauer in Karohemd, Cordhose und Filzhut hatte er die Lösung schon parat. "Entweder wird daraus ein Fremdenzimmer oder wir setzen Delphine rein?"

Mit herrlich alberner Ansprache stellte sich Maxi auf der Schafferhof-Bühne als "Vorsitzender des Tourismusbüros Unterallgäu" vor. Als solcher empfahl er unbedingt das "Delfin-Spa" auf seinem Hof, das besonders Gäste aus Grünwald und Bogenhausen ansprechen soll. Mit seinem Traktor sei er auf Werbefahrt gewesen, mit Vollgas (30 km/h) über den Mittleren Ring in München gefahren, mit ausgeklapptem Mähwerk und einem gigantischen Stau dahinter. Delfin-Therapie sei dann doch nicht das Wahre gewesen. "Keiner wusste, dass Delfine ab und zu Wasser brauchen. Deshalb nehmen wir jetzt lieber Jungrinder." Das Publikum brüllte vor Lachen, nicht nur wegen der Geschichten, sondern auch wegen Gestik und Mimik des Allgäuers und komischen Verrenkungen. Zusammen mit seinem Gitarristen Markus Schalk erzählte der 24-jährige Maxi von seinem Leben als heimatliebender Bauerssohn. Vor die Wahl gestellt, Bauernhof übernehmen oder Banklehre, habe er sich für die Bank in München entschieden: "Zur Sicherheit."

Stylisches Ingwersüppchen

In überraschend perfektem Hochdeutsch ließ Schafroth den Alltag der Finanz- und Bankenwelt auferstehen, voller Anglizismen und perfider Freundlichkeit. So sei der Seminarleiter "breit aufgestellt", mit "Nasallacher" am Ende seiner Vorstellung. Seine Kollegen Silke und Jörn, Investmentbanker, bewirteten ihre Gäste mit Molekularküche und Ingwerschaumsüppchen in ihrer stylish leeren Wohnung. "Molekularküche, das sieht so aus wie der Schaum, wenn eine Katze würgt und auf den Teppich kotzt." 
Mit beeindruckendem Hüftschwung, vielen Dialekten (sogar Angela Merkel), ungekünsteltem Schauspieltalent und einer groovigen Soulstimme wirbelte Maxi über die Bühne. Das Publikum fiel von einer Lachattacke in die nächste. Verbal und musikalisch höchst professionell, in ständiger Kommunikation mit dem Publikum, brachte der Gewinner des NDR-Comedy Contest und "Prix Pantheon 2013" einen Kracher nach dem anderen. 
 Der Stall wird zum "Center of Competence". Gemeinsames Muhen, Wiederkäuen, Grunzen und Bellen ist angesagt. Statt Molekularküche gibt es als Delikatesse "Allgäuer Reschtlepfännle". Also alles, was weg muss, kräftig gewürzt und so scharf angebraten werden, dass es sich durch die Pfanne frisst. "Spüren Sie hinein in Ihr Kraftzentrum als Führungskraft: den Pansen", forderte Seminarleiter Schafroth auch das Publikum auf. Voll Inbrunst wiederholten alle meditativ: "Ich habe einen Pansen", was in einer neuerlichen Lacherflut endete. 

Sparsam im Allgäu

Zappelnd und springend wie Rumpelstilzchen spielte Maxi seinen Papa beim Fluchen, wenn etwas missglückt war: "Sakka-sakkament". Zum Brüllen komisch auch seine langen stoischen Versuche, als Betrunkener die Hand in die Hosentasche zu bekommen. Doch er konnte es auch tief romantisch, mit einschmeichelnder Stimme in hohen Stimmlagen. Sparsames Tanken im Allgäu, "gemeinsam sparsam" beim Minimilk-Schlecken statt teurem Eisbecher und ein Heiratsantrag zum Steuerklassen-Optimieren. Weich, kräftig und soulig war die Stimme von Schafroths Gitarrenbegleiter Markus Schalk. Zwei echte Talente, die zum Abschied noch ein Liebeslied ans Allgäu und den "Kässpatzn-Blues" sangen, unter Einbeziehung des überaus begeisterten Publikums, das mehrere Zugaben forderte.

(Der Neue Tag - 03.05.2014)

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