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Schafferhof Highlights

18.01.2013

Keller Steff

Keller Steff
Keller Steff

Multitalent rauft sich die Haare 

Keller Steff und Band begeistern Publikum am Schafferhof - Chiemgauer Dialekt und Super-Sound 

(prh) Er ist zweifelsohne ein Multitalent. Der Keller Steff beherrscht die "Modorsog" (Motorsäge) ebenso wie das "Kaibeziang" (Geburtshilfe bei Kühen) und natürlich seine große Leidenschaft, das "Bulldogfahren" (Traktorfahren). Diese und andere Episoden aus dem ländlichen Alltagsleben beschrieb der Chiemgauer mit seiner exzellenten Band musikalisch in einem mitreißenden Konzert am Schafferhof. 

Der sympathische Oberbayer freute sich tierisch, dass die Tenne ausverkauft war. Obwohl er in der nördlichen Oberpfalz fast noch nie aufgetreten ist, kennt man seine Lieder, die teilweise schon Kultstatus erworben haben. Verpackt hatte er seine nicht nur lustigen, sondern auch auf subtile Weise tiefgründigen Geschichten in überaus witzige Texte, die er in seinem urigen Chiemgauer Dialekt vortrug. 

Manchmal kann man sich nicht ganz sicher sein, ob alle beschriebenen Land- und Alltagsszenarien autobiografischen Charakter haben. Wer ihn auf der Bühne erlebt, kann sich gut vorstellen, dass der Keller Steff schon so einiges erlebt hat. Mit seiner Reibeisenstimme ärgerte er sich in "Grüne Wies'n" über seinen Nachbarn, den "Preißn", der ihm vor sei Sach' in den Brunftstreifen am Chiemseeufer ein Glashaus gebaut hat. Er fordert "Mehr Lohn für die Krankenschwestern", sieht sich im "Spiagl" und gibt zu, "Fehler g'macht" zu haben. Auf jeden Fall fanden sich viele Zuhörer in dem einen oder anderen Erlebnis, wie dem von der ersten Beichte vor der Erstkommunion ("Hello Jesus") wieder. 

Verpackt hatte er seine Anekdoten in flotte, mitreißende Musik, die vom Blues über den Rock'n'Roll bis zum Funk, Folk, Boogie und Country reichte. Auf der Bühne war er ein Temperamentsbündel, der nicht nur das Publikum, sondern auch seine Band immer wieder mitriss. Bei "Narrisch" zerraufte er sich die Haare und wirbelte wie ein Derwisch über den Bühnenboden. 

Es genügte ein "pack ma's", und schon gingen Gerhard Zimmermann, der mit großer Mimik und Verrenkungen seinen Kontrabass zupfte, Chris Stöger, ein begnadeter Schlagzeuger, und Franz Gries, der seiner Gitarre immer wieder Soli entlockte, auf seinen Takt ein. Die ausgezeichneten Musiker spielten alle auf Akustikinstrumenten, entwickeln aber trotzdem einen phänomenalen Sound. Vor allem unterstützten sie ihren "Bob Dylan vom Chiemsee" hervorragend gesanglich. Ein Hammer war, wenn dieser wie beim englischen Kauderwelschsong "Hoocha Coocha" zur Bluesharp griff, oder der Gerd das Kazoo blies, um eine Motorsäge zu imitieren. 

Zweimal holten ihn die begeisterten Zuhörer auf die Bühne zu Zugaben zurück, und mit "Marionetten" ließ er ein mitreißendes Konzert ganz leise ausklingen. 

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