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Schafferhof Highlights

26.10.2012

Christian Springer

Christian Springer
Christian Springer

Witzig und haarsträubend
Christian Springer zieht am Schafferhof ganz schön vom Leder 

(gag)"Jetzt reichts!", meinte Christian Springer alias "Fonsi", der Museumswärter von Schloss Neuschwanstein, mit Dienstanzug, Mütze und schwarzer Aktenmappe. "Leider nicht für alle." In dieser Manier zog er am Freitagabend auf dem Schafferhof vor vollem Haus sofort das aktuelle politische Geschehen durch den Kakao.

Berlusconis Prozess oder den "Deppen von der CSU", der am Sonntagnachmittag nichts Besseres zu tun hatte, als beim Fernsehen anzurufen. Was "Fonsi" völlig unnötig findet, denn "wer hört sich denn schon freiwillig eine Debatte vom SPD-Parteitag an". 

Giftig, pfeilschnell, rhetorisch perfekt, höchstens mal mit einem Verhaspler, weil er gar so schnell spricht, lockert "Fonsi" das Zwerchfell seiner Zuhörer. "Wir müssen immer alle retten", meckert er. Den Euro, Afghanistan, Griechenland, die halbe Welt. "Wo ist denn das ganze Geld geblieben, das wir jahrzehntelang seit der Erfindung des VW-Busses im Urlaub nach Griechenland gebracht haben?" 
Mit Wortkaskaden überschüttet der gebürtige Münchener das Publikum, das sich um die Bühne drängt. Übergangslos wechselt er die Themen. Von Griechenland und dem Papstbesuch in Deutschland kommt er zum Oktoberfest in München. Dort hätte der Papst beim "Heimatbesuch" sicher mehr Heimat mitbekommen als im Norden der Republik, mutmaßt Springer. Und schimpft im nächsten Moment über die Zeitungs- und Rundfunkmeldungen. Alles sei immer "wichtig", aber nur für 24 Stunden, dann ist was anderes genauso immens wichtig. Alles würde immer schneller, verrückter. "Vielleicht schwärmen deshalb so viele von der guten alten Zeit", die manchmal wohl doch nicht so gut gewesen sei.

Selbstverständlich kam auch kein aktueller Politiker ungeschoren davon. "Wie viele werden noch gehen müssen, weil sie einen Doktortitel haben?", fragt er in die Runde und hat die Lacher auf seiner Seite. Auch "unverschämte Krankenkassen" thematisiert er, und unser Klima, das aufgrund der vielen kalten Monate und dem vielen schlechten Wetter lebensfeindlich sei. "Wir sind am falschen Platz. Nördlich der Alpen waren Menschen nicht vorgesehen. Warum zieht es denn alle im Urlaub in den Süden?" 
Wissenschaftliche Erklärungen über den wilden Wolf, abgelöst von Stänkereien über die katholische Kirche ("keine Organisation ist älter, außer vielleicht der ADAC"), immer wieder Politik und die Bundeswehr in Afghanistan - die Themen scheinen unendlich, die "Fonsi" miteinander verflicht und in seiner unnachahmlichen Art dem Publikum kredenzt. Dieses kam oft aus dem Lachen nicht heraus, gemischt aber immer mit mindestens einem Quentchen Nachdenklichkeit. Stürmischer Applaus war ihm sicher. 

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