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Schafferhof Highlights

12.10.2012

Marcus Rosenmüller&Stephan Zinner

Marcus Rosenmüller&Stephan Zinner
Marcus Rosenmüller&Stephan Zinner

Zwei etwas andere Gaudiburschen 

Wer früher lacht, ist länger froh: Marcus Rosenmüller und Stephan Zinner blödeln am Schafferhof 

Neuhaus. (gag) Die Balken im Schafferhof und das Publikum bogen sich vor lachen, so abstrus und haarsträubend waren die Geschichten, die Marcus H. Rosenmüller, der Regisseur von "Wer früher stirbt ist länger tot", zusammen mit dem Schauspieler und Söder-Double Stephan Zinner zum besten gaben. 

Rosenmüller erzählte wirre Schoten über Urlaub, seinen Heimatort Hausham, wo die Lüftlmalereien immer Nebelszenen enthalten, und von Studentenzeiten. "Der Rosi", wie Zinner ihn nannte, präsentierte seine Gedichte und Geschichten irgendwo zwischen Poetry-Slam, Dichterlesung und Rock-Konzert. Und weil das alles manchmal dermaßen schräg war, konnte er sich selber nicht mehr halten und lachte mit dem Publikum mit. Dagegen nahm sich Stephan Zinner wie der ruhende Pol aus. 

"Rosi" erzählte, wie er Stephan damals in der Kneipe getroffen hat, die unterhalb seiner Studentenwohnung am Mittleren Ring in München lag. Und er sinnierte über die Zeiten, als er sich den Verkehrslärm am Ring als Meeresrauschen in der Karibik vorgestellt hat. "Karibische Sehnsucht" nennt er das daraus entstandene Werk. "Ja so schaugt's aus" sang Stephan Zinner mit der Gitarre und trug aus Max Goldts Buch "Wenn man einen weißen Anzug anhat" Lieblingsgedichte vor. Dazu gehörte auch die Feststellung "Erde ist Stoff aus dem Land ist", woraus mehr ein spaßiger Dialog mit dem Publikum wurde als ein Gedichtvortrag.

Eine spontane Trilogie aus schrulligen Dreizeilern mit dem Titel "Niveau 1-2-3" begeisterte die Gäste im Schafferhof zusätzlich. Ein Beispiel: "Gottseidank, nämlich, die viereckige Armbanduhr des Großvaters ist die Quadrat-Uhr des (K)Greises", was nach kurzem Nachdenken schallend belacht wurde. "Sieben Monate Arbeit für einen Dreizeiler" spottete Zinner, der zwischendurch immer wieder zur Gitarre griff oder Gedichte seiner Lieblinge Eugen Roth, Oskar Maria Graf, Karl Valentin oder Joachim Ringelnatz zitierte. 

"Lieber eine dralle Kathe als eine Kathedrale" unterbrach ihn Rosenmüller, Und in diesem Stil hin- und herblödelnd schaukelten sich die beiden Künstler gegenseitig hoch und rissen das Publikum mit. Es unterstützte das oberbayerische Duo johlend und trampelnd lautstark. 

Zinner hinterfragte die gesunkene Geburtenrate in Deutschland "Hat schon jemand daran gedacht, die Sitzheizungen zu verbieten?" Denn schließlich solle man "die Kühlkette nicht unterbrechen". Das sei ja kein Gulasch, das lange vor sich hinköchelt und dadurch besser wird. Samen seien nur flink, wenn sie kühl gehalten würden. Gespickt mit Limericks und vogelwilder Fantasie ging es weiter. Lautes Gejohle und Beifallgetrampel belohnte die ausufernde Heiterkeit auf der Bühne. 
Eigentlich sollte es damals eigentlich eine einmalige Sache werden, als Stephan Zinner im Winter 2007 Marcus H. Rosenmüller fragte, ob er mit ihm im Schlachthof in München lesen wolle. Aus dem durchschlagenden Erfolg ihrer gemeinsamen Lesung entwickelte sich kleine Tournee. 

Musikalisch garnierten die beiden die Texte mit Songs aus Zinners aktuellem Musikkabarett-Programm. Mit Bauchschmerzen vor Lachen verabschiedeten sich Künstler und Publikum.

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