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Schafferhof Highlights

27.04.2012

Günther Sigl (Spider Murphy Gang)

Günther Sigl (Spider Murphy Gang)
Günther Sigl (Spider Murphy Gang)

Geschichten aus dem Leben

Günther Sigls Alltagsbeobachtungen als roter Faden einer langen Musikerkarriere

Neuhaus. (gag) "Pack ma's!" Günther Sigl ließ schon zum Auftakt erkennen, dass dieser Abend "boarisch", bodenständig und ungewöhnlich werden würde. Sechs verschiedene Gitarren waren auf der Bühne aufgebaut, die alle zum Einsatz kommen sollten. Seine Lieder sind nicht einfach nur Unterhaltung. Vielmehr erzählt Sigl Geschichten, aus seinem Leben, aus München, erfundene und wahre. Eine Freude, ihm zuzuhören.

Seine Jugenderinnerung an die Zeit in der Katholischen Knabenschule Landsberg endet in "Schuitag" und in "Zwoa Zigarettn auf der Schuitoilettn", die er dort heimlich mit seinem Freund geraucht hat. Er erzählt und singt vom "Frühling auf dem Boulevard", mit dem Cappuccino in der Sonne, vom herrlichen Leben "Unterm Flauchersteg" an der Isar, oder von seinem Lieblingsitaliener, dem "Ischia" in der Alfonsstraße, einschließlich Wegbeschreibung, bei dem er sich wie in "bella Italia" fühlt. Und dass dieser Italiener auch das beste Tiramisu hat, glaubt man ihm sofort.

Das Programm ist eine gekonnte Mischung aus den alten Spider-Murhy-Gang-Nummern und seiner ersten CD "Habe die Ehre" mit seiner neuen Formation "Günther Sigl & Band", die es seit 2010 in dieser Zusammensetzung gibt. Gemeinsam mit den Vollblutmusikern Willie Duncan aus Regensburg (Gitarre, Bass, Gesang), seinem Freund und Kollegen Dieter Radig (Drums, Rhythmus, Gesang) und Wolfgang Götz (Piano, Orgel, Akkordeon, Bass, Gesang), dem ehemaligen Domspatzen, will es der "Elvis von Schwabing" mit der wippenden Haartolle noch mal wissen. Augenzwinkernd erzählt Sigl, dass Götz sogar vom Bruder des Papstes unterrichtet wurde. Musikalisch ist in seinem neuen Programm Vielseitigkeit Trumpf. Es wechseln sich Bar Jazz mit Rock'n'Roll, Western mit Chanson ab. Etwas ruhiger und entspannter als früher, doch immer noch authentisch und hörenswert. Weil aber Günther Sigl (Jahrgang 1947) besonders für den "Guatn oidn Rock'n'Roll" steht, dürfen seine beliebten und erfolgreichen Hits nicht fehlen. Sie erzählen vom "Frosch im Hois und Schwammerl in die Knia", vom alten "Radio, Radio" zu Hause, auf dem er als Bub AFN gehört hat, oder von "Elisabeth", die ihn so schön in ihrem Wasserbett geschaukelt hat, aber "jetzt muaß i geh". Die ersten Boogietänzer hält es nicht mehr auf ihren Sitzen und sie nutzen die wegen der vielen Zuhörer enge Tanzfläche. Bei "Schickeria", "FFB" und "Wer wird denn woana" singt das Publikum lautstark mit.

Die musikalischen Geschichten gehen weiter, mit den "Boogie Buam" die "Drobn in Obergiesing und in Sendling drunt aufspuin". Vom "Sommer 69" (Das Hippie-Mädchen mit dem Tambourin) erzählt er, vom "Kastanienbaum" und der Gemütlichkeit in der Waldwirtschaft oder von den "Affen", die nicht nur im Zoo sind. Dazu spaßige Weibergeschichten vom "Piccolöchen" an der Bar oder von "Renate", die ihn nicht mag.

Eine besondere A-cappella-Einlage geben die alten Freunde Sigl und Radig bei dem vergnüglichen Schnellsprechduett über die Waschmaschine "Fifi", die alles kann. Elvis und die Beatles kommen ebenfalls vor, mit "Teddybear", "I washed my hands in muddy water" oder "Can't buy me love".

Ein homogener Flickenteppich aus 40 Jahren Musikkarriere des humorvollen Künstlers, der trotz allem bescheiden und publikumsnah geblieben ist. Alte und neue Fans entließen die Band erst nach mehreren Zugaben, bei denen Sigl auch noch seine Ukulele anstimmte, von der Bühne.

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