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Schafferhof Highlights

14.10.2011

Tannöd - Johanna Bittenbinder und Heinz-Josef Braun

Tannöd - J. Bittenbinder und Heinz-Josef Braun
Tannöd - J. Bittenbinder und Heinz-Josef Braun

Zwei Schauspieler in 21 Rollen

Johanna Bittenbinder und Heinz-Josef Braun lassen ihr Publikum bei "Tannöd" mitfiebern

Neuhaus. (mbg) Mit "Tannöd" stand ein urbayerischer Krimiabend, begleitet von vogelwilder Musik, auf dem Programm. Das Publikum hatte das Gefühl nicht in der Schafferhof-Tenne zu sitzen, sondern hautnah bei einem Verbrechen dabei gewesen zu sein.

Das Stück lehnte sich an den gleichnamigen Roman von Andrea Maria Schenkel an, der in den 50er Jahren spielt. Er erzählt von dem fiktiven oberbayerischen Einödhof Tannöd, auf dem man sechs Mordopfer fand, mit einer Spitzhacke schrecklich zugerichtet. Aber tatsächlich ereignete sich 1922 derartiges auf einem kleinen Hof in Hinterkaifeck. Die Details der Realität verarbeitete Schenkel für ihren Krimi.

Auf der Basis von Zeugenprotokollen, der abergläubischen Pfarrersköchin, des verschlagenen Gelegenheitsdieben Mich, der achtjährigen Betty und verschiedenster anderer imposanter Dorfcharaktere entstand eine Kriminalgeschichte, bei der auch immer wieder der Mörder selbst und seine Opfer begegnen, die ihre eigene Geschichte erzählen.

Die beiden bereits durch verschiedene Kinofilme wie "Wer früher stirbt, ist länger tot" oder "Beste Gegend" bekannten Schauspieler Johanna Bittenbinder und Heinz-Josef Braun verstanden es bestens, in die verschiedenen Charaktere zu schlüpfen und der Geschichte etwas bildhaftes zu vermitteln. Mit ihrer Mimik, ihrer Sprache und Stimme oder aber mit den nur minimalistischen Requisiten.
Klar ließen sich die 21 gespielten Persönlichkeiten voneinander unterscheiden. Dabei entstand ein Bild von einer Gesellschaft, in dessen Zentrum die Gleichgültigkeit und das Desinteresse am Nächsten standen. So erfuhren die Zuschauer von der Hoffnungslosigkeit und Abhängigkeit der auf dem Hof lebenden Personen.

Das vierköpfige "Art Esemble of Passau" verstärkte das Gefühl noch. Leo Gmelch (Tuba, Posaune), Peter Tuscher (Trompete), Yogo Pausch (Schlagwerk) und Christian Ludwig Mayer (Akkordeon, Gitarre, Trompete) verliehen der Geschichte den musikalische Pfiff.

Ihnen gelang es nicht nur mit Zwiefachen, Trauermärschen und schräger Musik die richtige Stimmung in den Raum zu bringen. Auch die Hintergrundgeräusche übernahm das Quartett. Dazu gehörte das Melken der Kühe, ein vorbeirauschendes Fahrrad oder eine knarzende Tür. Die Geräuschkulisse brachte das Publikum oftmals zum Lachen, rief aber auch ein Schaudern hervor.

Ein rundum gelungener Abend mit einem begeisterten Publikum. Die urige und gemütliche Wirtshaus-Stimmung in der Tenne bot die ideale Umgebung für ein derartiges Stück und verlieh dem ganzen noch zusätzlich die nötige Authentizität und Glaubwürdigkeit .

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