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Schafferhof Highlights

04.02.2011

5/8erln in Ehr`n

5/8erln in Ehr`n
5/8erln in Ehr`n

"Wiener Soul" begeistert die nördliche Oberpfalz

Quintett "5/8erl in Ehr'n" gastiert mit moderner Version des alten Wienerlieds am Schafferhof

Sie haben das Wienerlied nicht neu erfunden, sondern dessen originären Sound neu definiert und weiterentwickelt. Daraus entstanden ist ein ganz eigener Stil, den die Wiener Formation "5/8erl in Ehr'n" mit "Wiener Soul" umschreibt. Den fünf Musikern gelang es am Freitagabend auf der Tenne des Schafferhofs eindrucksvoll, ihren erfrischenden Soul mit viel Charme und einer großen Portion Augenzwinkern einem Oberpfälzer Publikum darzubieten. Musikalisch sehen sie sich nicht als Interpreten des neuen Wienerliedes. Sie lassen sich zwar von einem Hans Moser oder Peter Alexander inspirieren, machen aber ihr eigenes Ding. Deshalb passen die beiden Sänger Max Gaier und Bobby Slivovsky, die Gitarristin Michaela Liebermann, Kontrabassist Hanibal Scheutz und Clemens Wenger, der das Akkordeon und das Klavier bediente, auch in keine musikalische Genre-Schublade. Die Musiker haben überwiegend Jazz studiert, lassen aber auch andere Einflüsse zu, von Stevie Wonder bis Helmut Qualtinger. Die Wiener waren erstaunt, dass das Schafferhof-Publikum ihren Dialekt so gut verstand und an der einen oder anderen Stelle die Musiker durch Klatschen und Mitsingen perfekt unterstützte. Doch vielleicht sind wir Oberpfälzer ja im Herzen Wiener. In ihren Liedern wird halt g'sudert, g'schimpft, g'littn, g'liebt, g'feiert, g'fragt und g'roovt - und das aus vollem Herzen. Sie greifen aktuelle Themen wie Toleranz auf, wenn zum Beispiel "zwoa Woame" (Homosexuelle) am Opernwürschtlstand auf "a Haasse" (heiße Wurst) gehen. Sie setzten sich in "Wer is wer" und beim "Kniascheib'n"-Verleihen mit den Rechten auseinander und träumten davon, dass die österreichische Fußballnationalmannschaft zumindest im Himmel "Wötmeister" wird. Natürlich wurde sehr melancholisch auch die Liebe im "wunderschönen Mai" besungen, beim Bad am See geträumt ("Schneid die Melone an") oder es wurden die Probleme beschrieben, die man mit einem "Ollawötsg'sicht" (Allerweltsgesicht) hat. Eine Hommage an das alte Wienerlied durfte trotzdem nicht fehlen. Die Lieder "Es muss was Wunderbares sein" und "Zuaschaun kann i ned" aus dem Film "Zum weißen Rößl", die Peter Alexander interpretiert hat, wurden in völlig neuer Form zum Besten gegeben. Neben den beiden Sängern, die ein beachtliches komödiantisches und schauspielerisches Talent an den Tag legten, überzeugte auch die zweite Reihe der Musiker. Kontrabass und Gitarre bildeten mangels Schlagzeug das komplette Groovegerüst, das Akkordeonspieler und Pianist Clemens Wenger mit einfühlsamen Soli ergänzte.Den fünf Musikern gelang es eindrucksvoll, mit einer unglaublichen Leichtigkeit, einem herzerfrischenden Auftritt und einer großen Portion musikalischer Raffinesse ihren "Wiener Soul" den Zuhörern so nahe zu bringen, dass diese sie zwei Mal zu Zugaben auf die Bühne zurückklatschten.

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