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Schafferhof Highlights

12.11.2010

Boppin`B

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Boppin`B

Rockabilly und heiße Rhythmen

"Boppin'B" bringt Musik der 50er Jahre zurück in den Schafferhof - Publikum tobt

Neuhaus. (gag) Die "Rocking Fifties" ließen grüßen. Frech und selbstbewusst standen, nein tanzten und turnten, fünf gut aussehende Musiker mit gegelten Haartollen auf der Bühne und brachten die Luft zum brennen. Mit einer langen Einleitung heizte Sänger Michael Treska die Stimmung an, Wortgeplänkel, bis schließlich der erste Ton das Publikum aus der Anspannung erlöste. "Er steigert die Spannung bis zur Langeweile", warf Bassist Didi Beck grinsend ein.

"Boppin' B" wussten genau, wie man mit dem Publikum spielt. Mit unglaublicher Präsenz und Lockerheit spaßten sie sich von einem Titel zum nächsten. Man spürte sofort: "Das sind Profis." Seit 25 Jahren machen "Boppin'B" mit ihrer ganz eigenen Interpretation des Rock'n'Roll die Bühnen unsicher. Ihr Debütalbum "Bee Bop" erschien bereits 1989. Und obwohl sie jedes Jahr etwa 200 Auftritte in Deutschland und dem angrenzenden Ausland absolvieren, erschien dieser Auftritt im Schafferhof frisch und spontan.

Den furiosen Auftakt machte ein Rock 'n' Roll von Johnny Cash, natürlich ebenfalls in einer sehr eigener Interpretation. Sänger Michael gab Vollgas, mit sexy Hüftbewegungen wie Elvis Presley und heißen Blicken für die weiblichen Fans, was das Publikum natürlich sofort begeistert konterte. Mit Gitarrist Golo Sturm zauberte er eine temperamentvolle Choreografie auf die Bühne. Und wunderte sich, weil das Publikum trotzdem sitzen blieb. Es folgte ein Feuerwerk an bekannten und weniger bekannten Titeln, und natürlich sehr viel aus ihrem neuen Album B.A.N.G. "Mercury", "Up Jumped The Devil", "I Keep It Simple" oder "Hot Rod Girl" heizten die Stimmung an. Dabei wirbelte schon mal Golos Gitarre durch die Luft.
Einen Kontrabass nur zu spielen, schien Didi Beck wohl zu langweilig. Vielmehr turnte er mit und auf seinem Instrument, drehte sich damit auf dem Boden oder warf ihn hoch. Saxophonist Frank Seefeldt bildete mit dem Bass und den Drums von Thomas Weiser eine Pyramide. Akrobatik, gute Laune und eine elektrisierende Bühnenshow ließen das Publikum toben. Manche wünschten sich, die vorderen Tische würden sich nicht ihrem Drang zu tanzen, entgegenstellen. Einige hielt es schließlich trotz der Enge nicht mehr auf den Plätzen.

Die fünf Aschaffenburger machten Witze brachten mit viel Unsinn eine Topstimmung ins Publikum. Doch auch zu Herzen gehendes fehlte nicht, wie etwa "If you believe in love tonight" von Dick Brave (Sasha). "Boppin'B" ist unheimlich vielseitig. Ihre Musik hat zwar ihren Ursprung im Rock'n'Roll der fünfziger Jahre hat, aber durch Ska, Swing, Rockabilly, Punk und Pop wurde daraus ein ganz eigener Sound.

Ob Songs von Dick Brave and the Backbeats, Coverversionen moderner Popsongs im Boppin'B-Stil von Roxette, Tom Jones (Sex Bomb) oder von Klassikern wie Eddie Cochran, Elvis Presley oder Gene Vincent, die Mischung war genial. Die Zusammenarbeit mit Dick Brave gipfelte vor sechs Jahren sogar im eigenen Album "Bop around the Pop" voll mit Sasha-Songs im Fifties-Gewand.
Doch sie spielten nicht nur das "Who is who" des Rock'n'Roll rauf und runter. Viele eigene Kompositionen, frech und groovend, brachten den perfekten Sound. Jedes ihrer Stücke hat den ganz eigenen Stil der Band. "Do you feel allright?! Nennt uns Scheißkapelle...". Diese Aufforderung war zwar ernst, aber nicht böse gemeint. Denn so heißt ihre Live-CD von 2001. Ihre Erfolgsgeschichte ist lang. Auftritte in Frankreich und Luxemburg, Italien, Belgien, Niederlande, Schweiz und Dänemark. Vorgruppe von Jerry Lee Lewis oder Fats Dominoe oder Begleitband von Wanda Jackson und Künstlern wie Eric Burdon, Peter Gabriel, Scorpions. Live zu Gast bei der Harald Schmidt Show, bei Thomas Gottschalk und diversen Festivals. Sie gründeten sogar ein eigenes Plattenlabel.

"Boppin' B" bestachen den ganzen Abend vor allem durch die enorme Spielfreude, Musikalität und Energie. Und so war es zum Ende des Konzerts völlig klar, dass das begeisterte Publikum sie nicht unter drei Zugaben von der Bühne lassen würde.

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