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Schafferhof Highlights

02.10.2009

Peter Horton

Peter Horton
Peter Horton

"Zärtlichkeit ist wahre Kunst" 

Peter Horton mit großartigen Balladen und Chansons am Schafferhof 

Neuhaus. (uz) Mit gewohnt fester, dunkler Stimme, melodischer Gitarre und porentiefen Liedinhalten über Liebe, Familie und den Wunsch nach einer besseren Welt stellt sich Peter Horton am Freitagabend seinen Fans am Schafferhof vor. Mit großartigen Balladen und Chansons lässt er hören, was ihn bewegt. Seine Songs laufen im Kopf wie akustische Filme ab.

Von Beginn an entpuppt sich der österreichische Liedermacher als hochvirtuoser Gitarrist, der den Hals seiner Gitarre ebenso lieben muss, wie den einer wunderschönen Frau. Er singt vom "Regenbogen", den man nicht bemalen muss, von Weite, Freiheit und Erhabenheit. Horton ist ein in sich gekehrter Suchender. Ein Fahnder nach der Symbiose zwischen "Poet und Poesie", die er letztendlich im Träumer und seinem Traum entdeckt. 

Der 68-Jährige ist in Südmähren geboren und zusammen mit drei Geschwistern in Wien aufgewachsen, wo ihm die alleinerziehende Mutter schon bald zum Klavierunterricht und zu den Wiener Sängerknaben schickte. Mit denen bereiste er die ganze Welt, sang unter anderem unter dem Dirigat von Herbert von Karajan. 

Horton zählt zu jenen Songwritern, die die Kunst des Geschichtenerzählens hervorragend beherrschen. Aber auch seine zu Papier gebrachten Gedankensplitter und Kurzgeschichten sind Balsam für die Seele. Es ist ein Konzert der zarten, der leisen Zwischentöne, eingepackt in wunderschöne Melodien. Nichts fürs Bierzelt. "Zärtlichkeit ist wahre Kunst", sagt er. "Die beginnt schon mit dem gedeckten Frühstückstisch." 

Wenn er zum Beispiel aus seinem Buch "Pflaumen im Apfelhimmel" liest, beflügelt das die Fantasie. In puncto Gefühlsintensität Oscar-verdächtig. Wie das Zwiegespräch mit der kleinen "Pfütze" am Wegesrand, die sich von den Sonnenstrahlen hoch getragen, alsbald zu neuen Horizonten schwingt. 

Er spricht mit seinem Publikum, wie er das auch mit der Wasserpfütze tut. Er ist eine charismatische Persönlichkeit und TV-erprobt. Mit seinen Sendereihen "Cafe in Takt" und "Hortons Kleine Nachtmusik" schrieb er ein Stück kulturelle deutsche Fernsehgeschichte. 

Es sei auch gar nicht mal schlimm, wenn jemandem der Erfolg zu Kopf steige, schmunzelt der Weißhaarige. "Wenn einem nichts in den Kopf steigt, kann das auch daran liegen, dass dieser erst gar nicht vorhanden ist." Charmant, wie das nur ein Wiener schaffen kann, vermittelt er sogar Kanzlerin Angela Merkel einen Trip in der Hölle. "Wahltaktik" nennt er das. Und das Publikum lacht. 

Ab und an holt er seine Mitstreiterin Slava Kantcheff auf die Bühne, die zu Hortons Gitarre aus Büchern rezitiert. Das wohl intensivste und persönlichste Lied ist die Liebes- und Respekterklärung an den allzu früh verlorenen Vater. Zum großen Finale gibt es einen Song aus Hawaii und die Botschaft: "Sei gut zu Dir, denn das ist gut für Dich."

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