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Schafferhof Highlights

18.01.2008

"Herbert & die Pfuscher"

Herbert&die Pfuscher
Herbert&die Pfuscher

Urkomisch bis zur allerletzten Note 
"Herbert & die Pfuscher" treiben das Publikum im Schafferhof in den musikalischen Wahnsinn 

Einmal einen Abend rauskommen und sich ohne Ehefrau amüsieren - das braucht ein Mann ab und zu. Ein Schelm, wer das auch von Hans Meilhammer denkt. Doch der sonst so zurückhaltende männliche Part vom Comedy-Duo "Herbert und Schnipsi" ist mit seinem Musikprojekt "Herbert & die Pfuscher" wie ausgewechselt, so auch am Freitag bei einem denkwürdigen Konzert im restlos ausverkauften Schafferhof. 
Ob Oboe, Gitarre, Akkordeon, Gitarre oder am Piano - der Multi-Instrumentalist lebt sich mit Bayerischer Textakrobatik und Parodielust zwischen den unterschiedlichsten Stilrichtungen aus. Unterstützt von Keyboard, Schlagzeug, Entenlockpfeife, Bass, Mandoline, Saxophon, Tuba und weiteren Klangwerkzeugen, die sich auf seine Mitstreiter Karl Burgstaller (am ehesten Drums), Hein Kraller (oft Sax) und Markus Peitli (meistens Bass) verteilen, entsteht ein trotz aller Komik unerhört reicher Sound. 
Das zweite Programm der Pfuscher "Woaßt wia des wehtuat?" ist als "sehr musikalisch, sehr komisch und respektlos-kabarettistisch" angekündigt - eine maßlose Untertreibung. Denn kaum einmal hat eine Combo ihre skurrilen Gedanken so konsequent bis zum letzten Spruch und zur letzten Note weitergeführt.  

Der Seemannsklassiker "Unter fremden Sternen", den Meilhammer als kleiner Bub von einem Altersgenossen vorgesungen bekam, wird erst in der beängstigend authentischen Freddy-Quinn-Version, dann "folgerichtig" mit piepsender Kinderstimme gesungen. 
Im Landler-Stil geht's weiter mit "Ein Navi hat a heut a jeder", die tragische Geschichte eines ewig Gestrigen, der mit seinem Auto im Teich landet. Tiefschwarze Bilder wie das einer Leiche in einem treibenden Boot wechseln mit den stillen "Nur einen Blick von Dir" und Stimmungssongs, bei denen das Tränen lachende Publikum begeistert mitgeht. Lieder der besonderen Art kennzeichnet Meilhammer, indem er einen Hut aufsetzt. Hut-Lieder wie "Holzhacker Buam", bei denen der ganze Schafferhof in Endlosschleife "Holz vor der Hütt'n" singt, lassen die Stimmung brodeln. 
Relativ ernsthafte Cover-Versionen wie der Hammersong "Neamand wui di mehr kenna" (Eric Claptons "Nobody knows you") zeigen die musikalische Reife der Formation. Dazwischen lässt der österreichische Bluesman Markus Peitli mit tiefschwarzer Röhre, schnellen Fingern am Kontrabass und einer gemeinen Gitarre die Fans mit Songs wie "Whisky drinkin woman blues" oder "Sportin life Blues" staunen. 
Gut, man kann streiten, ob es sinnvoll ist, "La Paloma" in einer "Pfuscher-Version" im 5/8-Takt zu spielen und durch die Kürzung um drei Achtel "unwichtige" Noten und Wörter wegzulassen. Aber hier gilt - wie für den ganzen Auftritt: Man sollte es einmal gehört haben. 
Von Tobias Schwarzmeier (Der Neue Tag)

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