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Schafferhof Highlights

06.07.2007

Hot Stuff

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Hot Stuff

"Heißes Zeug" unter der Discokugel 
Publikum feiert ausgelassen mit "Hot Stuff" - 70er Jahre leben am Schafferhof wieder auf - Party in Blümchenkleid und Plateauschuhen  

Das grell gestreiftes Shirt des Gitarristen macht nach zweiminütiger Betrachtung jeglichen LSD-Konsum überflüssig, die Monstersonnenbrille verdeckt das halbe Gesicht und das Muster des Blümchenkleides seiner Begleiterin in den Allzweckfarben Orange-braun, war sicher damals Ton in Ton mit den Sitzmöbeln. Doch die 70er hatten vor allem gute Musik zu bieten. Musik, die "Hot Stuff" unter der Discokugel der Schafferhof-Bühne wieder aufleben ließ. Vor einem ausgelassenen Publikum im vollbesetzten Schafferhof - darunter einige Groove-Abhängige im Retro-Stil der damaligen modischen Verirrungen gekleidet - brannte die erfolgreichste Disco-Band Europas am Freitag ein "Best of"-Feuerwerk der goldenen Ära ab. Auch wenn das eigentlich als Open-Air geplante Konzert in der Tenne stattfinden musste, hatte das Sextett die Fans schon beim Opener, Boney M.s "Daddy cool", für sich gewonnen. Im dreieinhalb-stündigen energiegeladenen Programm aus - stets tanzbarem - Glamrock, Funk, Soul und Pop-Klassikern folgte Hit auf Hit. Und die Party-Gemeinde tanzte, klatschte, sang und schnippte begeistert mit. Doch auch die Fans guter, handgemachter Musik, die nicht einfach nur abfeiern wollten und etwas genauer hinhörten, wurden nicht enttäuscht. Jeder einzelne ein versierter Profi an seinem Instrument, vermieden die "Hot Stuff"-Musiker den nervenden Weichspül-Faktor, der vielen anderen Coverbands anhaftet. Statt einem einfalls- und farblosen Einheitsbrei mit vereinfachten Gitarrenläufen und austauschbaren 08/15-Stimmen bekamen die Zuhörer Qualität geboten. Gitarrist Andy Kirchner glänzte mit authentisch-poserhaften Soli wie bei "Easy lover", der Keyboard-Part Jörg Dewalds - ausgestattet mit Afro-Perücke und Schlaghosen - blieb stets kreativ . Marcus Rippl (Bass) und Klaus Heck (Drums) lieferten den variablen, oftmals funkigen Rückhalt in einem breiten Repertoire von Musikprägenden Titeln wie Gloria Gaynors "I will survive", über Feten-Klassiker wie "We are family" bis hin zu Rock-Knallern wie Rod Stewarts "Do ya think I'm sexy". Den Super-Gau vor gut einem Jahr - Sänger und Sängerin zogen nahezu zeitgleich in die USA - kompensierte die routinierte Band mit den Neuzugängen Jerry James und Thea Klöpfer zur Gänze. Der fränkische Texaner James, punktete mit anpassungsfähiger Stimme und einnehmendem Showtalent. Ebenso überzeugend: "Thea K.", ein schmales Persönchen mit einer Powerstimme, die auch Stücke von Melissa Etheridge, Joan Jett oder Jennifer Warnes auszufüllen verstand. Doch trotz der beiden starken Frontleute hieß der Star des Abends "J.D. Wood" alias Jörg Dewald. Der Keyboarder avancierte zum Mann für die besonderen Auftritte. In urkomischen Outfits wie Plastik-Hotpants und einem brust- und bauchfreien Overall wagte sich die "Stil-Ikone" erfolgreich an die nervenzerfetzenden Höhenlagen der genialen Prince-Songs "Kiss" und "Purple Rain" oder den Kiss-Abräumer "I was made for loving you". Zudem sorgte er mit der etwas ruhigeren Songperle der Nick Straker Band "A walk in the park" für einen weiteren Höhepunkt des Abends. Mit getragenen Balladen hielt sich "Hot stuff" trotz einiger etwas poppigeren Phasen dennoch nicht auf. Auch beim tollen Abba-Medley wählten sie die eher fetzigeren Songs wie "Gimme, gimme, gimme" aus. Denn: Wo "Hot stuff" kann schließlich nur "heißes Zeug" drin sein - und nichts anderes.

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