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Schafferhof Highlights

08.03.2007

Lousiana Red&Al Jones-Denkwürdiges Konzert

Lousiana Red
Lousiana Red

"Johnny B. Goode" bis zur Erschöpfung
Louisiana Red & Al Jones Band geben denkwürdiges Konzert im "Schafferhof" 

Schlagzeuger Christian Bauers wirft Bandleader Al Jones verzweifelte Blicke zu, Bassist Uwe Knüppel ist schweißgebadet und hat einen verbissenen Gesichtsausdruck und Ehefrau Dora gestikuliert, es doch etwas ruhiger angehen zu lassen.Doch Louisiana Red ist einfach nicht zu stoppen und hängt an "Johnny B. Goode" eine musikalische Schleife nach der anderen an. Als der Altmeister des Blues, der in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feiert, schließlich die Endlosversion des Chuck-Berry-Klassikers zu Ende bringt und sich die verdienten Beifallsstürme im voll besetzten "Schafferhof" abholt, hängen seine Mitstreiter erschöpft und kopfschüttelnd in den Seilen.Seine Jahrzehnte auf Tour und die unzähligen Konzerte fallen von ihm ab. Sobald er den unwiderstehlichen Bass- und Schlagzeugrhythmus hört, gibt er alles. Die Blueslegende spielte am Freitag auf der "Schafferhof"-Bühne schlichtweg seine jungen Bandkollegen - die eher wie Jazz-Musiker als wie harte Bluesmen aussehen - und sogar Al Jones, selbst eine Bluesgröße, glatt an die Wand. Dazu macht er Späßchen mit dem Publikum und seinem Weggefährten Al Jones, der auf der Bühne ebenfalls über sich hinauswächst. Er spielt den Clown, wenn er ganze Strophen nur mit der linken Hand tappt und fordert schon mal: "Give me that fucking bass". Doch dann wird der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Iverson Minter heißt, wieder ernst. Mit dem Fuß den Rhythmus stampfend wird Red wieder zum Verkünder des Blues, der ihn nach wie vor zu Konzerten rund um den Erdball treibt - zuletzt bis nach Neuseeland und Japan.Der im tiefsten Süden der Vereinigten Staaten aufgewachsene Bluesgitarrist der ersten Stunde vermischt verschiedene Spielarten zu einem eigenen, eigenwilligen Stil. Mit einer fast arrogant wirkenden Nachlässigkeit streichelt der Gitarrist mit den mächtigen Pranken seine Instrumente, die mit ihm verwachsen scheinen. Trotz der ungeheuren Energie, die seine Songs und die darin erzählten Geschichten verströmen, verfährt er sehr sanft mit den vier Gitarren. So klingt es schon liebevoll, wenn er sich seine "green one" - eine 80 Jahre alte grüne Gitarre - reichen lässt. Ob Louisiana Red nun beim Hammersong "Alabama train" alle Finessen seiner Musik - inclusive eines kleinen Fläschchens für einen stilechten "Bottleneck" - aufbietet oder bodenständig-akustisch bei "I'm treated so bad" ohne Band einen Slow-Blues klassischer Prägung intoniert, ist eines klar: Auch fast 60 Jahre nach seinen ersten Plattenaufnahmen fasziniert sein Delta-Blues noch immer. Sogar seine Band, denen er alles abverlangte, schaut ihm bewundernd zu. Und wie jeden Abend hat er wieder neue Blues-Jünger gefunden.

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