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Schafferhof Highlights

10.11.2005

Tony Sheridan-Beatles Wegbegleiter

Rock'n'Roll-Legende bringt Scheune zum Wackeln 

Beatles-Wegbegleiter Tony Sheridan rockt vor ausverkauftem Haus am Schafferhof 

Neuhaus (uz) Kerle wie Tony Sheridan gab es in den Sechzigern viele. Musikvagabunden, die sich überall zu Hause fühlten. Typen, die die hübschesten Mädels abschleppten und die am liebsten die ganze Welt umarmen wollten. Einige hat Fortuna zu Gewinnern gemacht. Die heißen heute Paul McCartney, Chuck Berry, Mick Jagger. Legenden sind sie geworden. Sheridan ist einen kurzen Weg des Ruhmes mit ihnen gegangen.

Tony Sheridan im Schafferhof: Rock, Blues und natürlich Rock'n'Roll. 

Vor 45 Jahren lebte er in der Scheinwelt von Striplokalen, Peepshows und Kellerbars, da war er der heiß begehrte Star auf St. Pauli. Die Beatles waren noch ein unbeschriebenes Blatt und träumten davon. Am Donnerstag steht der Bursche, der im "Top Ten" und im legendären "Star Club" auf der Reeperbahn auftrat, livehaftig auf der Schafferhof-Bühne. Genau derselbe, der den Beatles mit einem einzigen Song die Steigbügel für ihre Weltkarriere hielt. 
Sheridans Pech war, dass sein größter Hit "My Bonnie" nicht ihn, sondern die Beatles, die im Hintergrund die Gitarren zupften, nach oben spülte. Die Lederjacken-Jahre sind längst vorbei. Sheridan ging seine "Long and winding Road" unbemerkt von der Öffentlichkeit. Vom "Star Club" in Hamburg "an einem Misthaufen vorbei" - da lacht er - in die Neuhauser Scheune: Ein gewagter Schritt. Dem 65-Jährigen aus Norwich/England, der heute in Norddeutschland verheiratet ist und perfekt deutsch spricht, macht das nichts. Im Gegenteil. Der Mann mit der Basketballmütze liebt solche Auftritte. Glanz und Glimmer bedeuten ihm wenig. "Ich habe die Welt gesehen, das reicht mir vollkommen." 
Am Schafferhof legt der Wegbereiter der Beatmusik nicht mit einer wilden Show los. Nein, er beginnt ganz sachte mit alten, langsamen Blues-Nummern wie "Love ist strange" oder "Big City". Das sind seine emotionalen Wurzeln. Der Empfang ist herzlich. Seine Bandmitglieder kommen aus Südamerika. Drummer Antonio Baeza-Campos aus Chile und Victor Gomez, der für die summenden Basslinien sorgt, aus Argentinien. Der Abend ist gut für die eine oder andere Anekdote aus Hamburger Zeit. "Fever", "Shake Rattle'n'Roll". Das heizt die Stimmung an. Der Sänger ist verdutzt, als eine Zuschauerin die Bühne stürmt. "Mag sein, dass wir uns vor 40 Jahren schon mal getroffen haben. Hab vielleicht die falsche Brille auf."
Bei einer X-Large-Version von "Blue Suede Shoes" (Carl Perkins) wird gejammt und gealbert. Dann gibt's "Skinny Minnie" auf die Ohren der 180 Fans: Sheridans eruptive und energiegeladene Hit-Nummer aus dem Jahr 1964. Die Scheune wackelt - "Lucille". Schließlich der Song, auf den alle warten: "My Bonnie". Sheridan geht ohne Zugabe ab. Trotzdem: Ein Hammerkonzert. 

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