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Schafferhof Highlights

03.06.2011

Willy Michl - The Sound of Thunder

Willy Michl - Isarindianer
Willy Michl - Isarindianer

Vom Leben und der Liebe der Ureinwohner 

Der bayerische Barde Willy Michl konfrontiert auf dem Schafferhof sein Publikum mit Indianer-Wahrheiten 

Es war ein echtes Willy- Michl-Konzert: Ohne festes Programm, improvisiert, spontan, vereinnahmend, begeisternd. Fast drei Stunden lang nahm der Isarindianer das Publikum in der bis auf den letzten Platz besetzten Tenne des Schafferhofs auf einen Adventure-Urlaub mit, ließ es eintauchen in seine Erlebnisse, seine Träume und die Gedankenwelt der Ureinwohner von "Mutter Erde".Unbestritten ist der "Vater des Bayerischen Blues", ein Original, eine lebende, unbeugsame Legende, die unbeirrt als Independent ihren Weg geht. Ins bayerische Klischee passt er aber so ganz und gar nicht, wenn der Bluesbarde in voller Indianermontur mit Adlerfedern im langen schwarzen Haar, Lendenschurz, ellenlangem Skalpmesser und Medizinbeutel (mit Meterstab und Schere) um die Hüften und schweren Bergschuhen an den Füßen, zu den Klängen der Filmmusik John Borry's aus "Dances with wolfes" die Bühne betritt.Ein Spinner, Clown, oder Verrückter? Auf jeden Fall ein glänzender Musiker, Geschichtenerzähler und Entertainer. "I schau ned nur wia a Indianer aus, i bin a oaner", ruft er dem Publikum nach den ersten Liedern zu, die vom Leben und der Liebe der Ureinwohner der Erde handeln, oder von seiner Suche nach dem heiligen Gral erzählen. Er bezeichnet sich als "Krieger seiner Lieder" und zieht auf Kriegspfad gegen den Deutschen Alpenverein und Politiker, "die endlich wieder dafür sorgen sollen, dass man aus unseren Flüssen an jeder Stelle trinken kann".Mit seinen alten Stücken von den harten Männern mit dem Bob und der "Una bella Signorina" hat er die begeisternd klatschenden Zuhörer schnell auf seiner Seite. Doch auch diese Hits klingen bei jeden Auftritt neu und anders. "Sound of Thunder" ("die Bayern nennen mich Willy Michl") verpackt darin seine Geschichten, Tagesaktualitäten und Träume im für ihn typischen Talking-Blues, vereint die verschiedensten Musikrichtungen in seinem Blues und scheut sich auch nicht zu Rock'n-Roll-Passagen urbayerisch zu jodeln oder Indianergesänge anzustimmen. Das Repertoire eigener und fremder Titel, die er manchmal fast schon ein bisschen chaotisch anmutend miteinander kombiniert, scheint unerschöpflich. Immer wieder lässt seine kräftige Stimme aufhorchen.Der Isarindianer fühlt sich am Schafferhof sichtlich wohl, läuft nach der Pause zu Hochform auf und überzeugt mit einer schier unglaublichen, charismatischen Bühnenpräsenz. Seine stählern klingenden Ovations bearbeitet er mit auffallend langen Fingernägeln und Zitherring an der rechten Hand und zaubert mit einem ganz eigenwilligen Gitarrenstil volle Klangbilder. Mit seinen Erlebnissen am Kasernenhof und als pupertierender Schüler bringt er sein Publikum zum Lachen und Applaudieren. Nach fast drei Stunden und dem stürmisch geforderten "Isarflimmern" als Zugabe verlässt er die Bühne und hofft, wenigstens ein kleines Feuer des Wakan Tanka, des großen Geistes der Indianer, entzunden zu haben. Er verspricht, im Herbst an den "mystischen" Schafferhof, mit dem für ihn einzigen, nicht subventionierten Theater Bayerns, zurückzukehren.

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