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Schafferhof Highlights

25.05.2004

Kapelle Josef Menzl-Wirtshausmusik vom Feinsten

Kapelle Josef Menzl
Kapelle Josef Menzl

"Narrisch guat" und einfach witzig 

Kapelle Josef Menzl mit Wirtshausmusik vom Feinsten zu Gast im "Schafferhof" 

Neuhaus (apl) Es hätte ein kreuzbraver, gemütlicher bayerischer Abend werden können. Die Anzeichen ließen zunächst auch nichts anderes vermuten: die gut besuchte, urige Tenne des Neuhauser "Schafferhofes", eine deftige Brotzeit auf dem Teller, dazu Zoigl und - richtig schöne, altbayerische Blasmusik.

Dass das Ganze in ausgelassener, "narrischer" Oktoberfeststimmung endete, lag beileibe nicht allein am süffigen Gebräu in den Steinkrügen, sondern ausschließlich an acht strammen Lederhosen samt feschem Dirndl auf der kleinen Bühne. Blasmusiker aus Leidenschaft, denen schon mal der Gaul durchgeht, wenn sie mit einem heißen "Hossa!" übergangslos und ohne Vorwarnung von altbayerischer Polka zu lateinamerikanischen Rhythmen wechseln. Die Blaskapelle Josef Menzl aus Niederbayern und dem Raum Regensburg gastierte mit einem "Narrisch bayerischen Abend" im oberpfälzischen Neuhaus. Und die neun Musiker hielten, was sie versprachen: allerfeinste, originale Wirtshaus- und Tanzbodenmusik zu Beginn. Sieben Blechbläser und zwei Klarinettisten, die nicht nur die Show, sondern in erster Linie und unüberhörbar ihr Instrument beherrschen. Das Ergebnis: astreiner, kultivierter Bläsersound in feinster "Egerländer"-Manier. So muss Blasmusik klingen, dann klappt's auch mit dem Publikum. Und dass diesen Musikern stets der Schalk im Nacken sitzt, zeigte sich nicht nur im ersten Teil des Abends, als Kapellenleiter Josef Menzl mit seiner aufreizenden, herrlich komödiantisch veranlagten Co-Klarinettistin Daniela, genannt "Mausi", flachste und alberte, sondern vor allem im finalen Endspurt, der aus dem gemütlich bayerischen einen ausgelassen "narrischen" Abend machte. Eine fetzige, inbrünstig gesungene und gespielte "Freibier"-Version des Dixie-Klassikers "Ice Cream", Ausflüge in südamerikanische Rhythmen, bei denen "Mausi" eindrucksvoll ihr tänzerisches Talent zum Besten gab, und Unverwüstliches aus der deutschen Schlagerwelt, unter anderem ein astrein auf dem Bariton vorgetragenes "Tränen lügen nicht", trieben das Stimmungsbarometer schnell nach oben. Als dann noch "Mausi" mit ihrer Es-Klarinette im kniekurzen Dirndl und mit Leopardenfell-besetzten Sandaletten spielend über die Tischreihen schritt und, am Ende angelangt, auf den breiten Schultern von Josef Menzl Platz nahm, um dann mit ihm gemeinsam einen "zweistöckigen" Klarinetten-Landler zum Besten zu geben, gab es kein Halten mehr. Perfektes Zusammenspiel trotz akrobatischer Showeinlage, musikalisches Können trotz übermütiger, ausgelassener Stimmungsmache, das zeichnet die Kapelle Josef Menzl aus. Bayerische Blasmusik, "narrisch" inszeniert und "narrisch guat" gespielt.

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