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Schafferhof Highlights

10.06.2011

Stefan Dettl

Stefan Dettl
Stefan Dettl

Neuhaus. (prh) Quirlig, bayerisch, vogelwild
Stefan Dettl verausgabt sich zusammen mit dem Publikum beim Konzert am Schafferhof
Wie der Rockstar auf seiner gleichnamigen CD, der keinen “oschaut“ (ansieht), wirkte Stefan Dettl wahrhaftig nicht. Im Gegenteil: Er suchte die Nähe zum Publikum, sang in der Pause im Biergarten mit seinen Fans Akustik-Gitarren-Balladen und ist einfach der quirlige, sympathische “bayerische Bua“ geblieben.


Der Frontmann der Chiemgauer Brasspunkblasmusikband “LaBrassBanda“ machte mit seiner erstklassigen Band auf seiner Rockstar-Tour durch 24 Städte in Deutschland und Österreich Station im Schafferhof und lieferte einen wilden Live-Act ab.

Eigentlich wollte der musikalische Tausendsassa einfach nur etwas Neues ausprobieren, ohne seine Kumpels von “LaBrassBanda“. Ein kleines Nebenprojekt mit guten Freunden hatte der Ausnahmetrompeter vor, bei dem er seine Trompete einmal wieder gegen seine geliebte Gitarre eintauschen konnte. Heraus kam dabei ein komplettes Album mit rockigen Songs, einfühlsamen Balladen und charakterstarken Mundart-Texten. Der Titelsong “Di di di di di di di di Rockstar“, der dem Stil der “Spider Murphy Gang“ sehr nahe kommt, avancierte zum Ohrwurm und Radiohit.

“Wer die Scheibe kennt, kann sie heute total vergessen“, überraschte er allerdings das überwiegend jugendliche Publikum. Er beließ es bei den zwölf Titeln auf der CD bei der Grundmelodie und den Texten. Die Musikstile schienen ihm wohl zu brav, denn er begann im Punkstil und gleich mit zwei neuen Stücken “I bin a Mo, hob a rosa Röckerl o“ und “Des passt ned“. Mit fetzigen Rock-, Funk- und Ska-Versionen seiner CD-Titel wie “Schau mi o“ oder dem “Mexican Gringo“ ging es teilweise auch im Speedpolka-Stil weiter. Seine junge, mit erstklassigen Musikern besetzte Band folgte den Tempovorgaben des wild gestikulierenden, sich verrenkenden, tanzenden und hüpfenden Frontmanns. Bassist Mario Schönhuber überzeugte mit schnellen, ausgefeilten Bassläufen, Schlagzeuger Tobi Weber trommelte sich barfüssig, mit nacktem Oberkörper hart und mit vollem Speed den Wolf, der Österreicher Fabian Jungreithmayr glänzte an der Gitarre mit irrsinnig schnellen Soli und die beiden Bläser Jörg Hartl (Trompete) und Andi Huber (Posaune) füllten die Stücke mit satten Arrangements.

Ohne Lederhose, dafür barfuß, als wolle er den Bodenkontakt unbedingt behalten. Den hat er bisher sicher nicht verloren. Er wirkte sympathisch, quirlig mit bayerischem Esprit. Selten hat das Publikum wohl ein so temperamentvolles Energiebündel auf der Bühne erlebt. Dettl setzte die “Urkraft des Boarischen“ in Rock um, nahm die Zuhörer von Anfang an mit auf seine musikalische Reise durch viele Stilrichtungen und erzeugte eine fast schon intime Club-Atmosphäre. Der knackige Rock im Titel “Liveband“ war am Ende des ersten Sets eindrucksvolles Programm für die Musiker.

Nach der verdienten Pause im Biergarten ging es anschließend auf der Bühne wieder einen Ton schärfer zu. Die rockige “Litanei“ mit den Stones ähnlichen Akkorden widmeten sie Joe Cocker und beim Radiohit “Rockstar“ schien die brechend volle Tenne aus den Fugen zu geraten. Bei der Hymne an das Bier, dem “Holzfasslbier“-Song holte Dettl die über ihm am Deckenbalken hängende Trompete herunter. Die Trompete brauchte er auch bei der stürmisch geforderten Zugabe beim “Vorbei geh“, das eine satte Bläserlinie beinhaltete. Auch nach drei Zugaben, zu denen auch sein funkiger, bayerischer Rap “Drahn“ gehörte, hatten die schwitzenden Zuhörer noch nicht genug. Noch einmal kamen die verausgabten Musiker auf die Bühne und verabschideten sich mit der etwas ruhigeren Ballade vom “Berg“endgültig.

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